Das Wort Marayeh (arabisch: مرايه, Spiegel) enthält das hebräische Mar’a (מַראָה, Spiegel). Zusammen bilden sie ein „Spiegel-im-Spiegel“: untrennbar verbunden, doch für das ungeübte Auge unsichtbar. So versteht Mar’a’yeh Kunst als Spiegel der Gesellschaft – ein Spiegel, der sowohl Schönheit als auch Brüche sichtbar macht und die Komplexität menschlicher Erfahrungen reflektiert.
Mar’a’yeh ist ein gemeinsames Programm von LABA Berlin, der Deutschen Islam Akademie und dem Künstlerhaus Bethanien. Es bringt in Berlin lebende Künstler*innen, die sich jüdisch und/oder muslimisch identifizieren, in einen intensiven Austausch. Gemeinsam entstehen Räume für Gespräch, künstlerische Zusammenarbeit und gegenseitige Inspiration.
Die Fellows teilen ein Atelier im Künstlerhaus Bethanien, entwickeln ihre Projekte in einem unterstützenden Umfeld und lassen sich von jüdischen und islamischen Texten sowie Erfahrungen anregen. Wissenschaftlerinnen, Sozialpraktikerinnen und Künstler*innen begleiten den Prozess.
Das Jahresthema 2025 lautet ENTROPIE – ein Begriff, der für Wandel, Unordnung und Komplexität steht und als Metapher für gesellschaftliche wie kulturelle Transformation verstanden wird.
Zum Abschluss präsentieren die Fellows ihre künstlerischen Arbeiten in offenen Ateliers sowie in einer öffentlichen Ausstellung und Performance-Reihe